Österreich zum Blühen bringen

„GEMEINNÜTZIGE STIFTUNGEN – ÖSTERREICH KANN MEHR!

Staat und Wirtschaft sind nicht die einzigen Akteure zur Lösung gesellschaftlicher Herausforderungen. Immer wichtiger wird eine entwickelte Zivilgesellschaft. Ein zentrales Instrument zu ihrer Unterstützung ist das gemeinnützige Stiftungswesen. Stiftungen ermöglichen innovative Antworten auf gesellschaftliche Entwicklungen und Bedürfnisse. Gemeinnützige Stiftungen investieren auch in Bereiche, in denen Staat und Wirtschaft nicht aktiv sind – oder keine Ressourcen für Engagement haben.

Europaweit fördern mehr als 110.000 gemeinnützige Stiftungen Bildung, Forschung, Kultur, Soziales und Entwicklungszusammenarbeit mit einem Volumen von geschätzten 83 bis 150 Milliarden Euro. In Österreich liegt das Volumen der Stiftungsausschüttungen bisher nur bei rund 20 bis 25 Millionen Euro pro Jahr.

Im Auftrag der ERSTE Stiftung und der Julius Raab Stiftung untersuchte das Forschungsinstitut FASresearch die Stiftungskulturen in Deutschland und Österreich. Erhoben wurde, wie stark das Stiftungswesen mit richtigen gesellschaftlichen Sektoren wie Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft vernetzt ist.

Aufbauend auf diese Forschungen wurden 2015 das Bundesstiftungs- und Fondsgesetz, sowie relevante Steuerrechtliche Teile novelliert, um die österreichische Stiftungslandschaft wieder zum blühen zu bringen. Des Weiteren wurde zur Verbesserten Vernetzung der Stiftungen untereinander der Bund gemeinnütziger Stiftungen gegründet.

 

Netzwerk der Stiftungen in Österreich

Im Auftrag der ERSTE Stiftung und der Julius Raab Stiftung untersuchte das Forschungsinstitut FASresearch die Stiftungskulturen in Deutschland und Österreich. Erhoben wurde, wie stark das Stiftungswesen mit richtigen gesellschaftlichen Sektoren wie Politik, Wirtschaft, Forschung und Zivilgesellschaft vernetzt ist.

 

Zentrales Ergebnis der Netzwerkanalyse: Während Deutschlands gemeinnütziges Stiftungswesen stark mit Institutionen, Zivilgesellschaft und Unternehmen verknüpft ist, ist die Vernetzung der überwiegend eigennützigen Stiftungen in Österreich mit wichtigen gesellschaftlichen Sektoren schwach ausgeprägt. Das vitale gemeinnützige Stiftungsnetzwerk in Deutschland kann aufgrund seiner starken Vernetzung viel mehr für Land und Menschen bewegen.

 

Gemeinnützige Stiftungen – Jetzt umsetzten!

Damit sich auch in Österreich eine gemeinnützige Stiftungskultur entwickeln kann, ist gemeinsames Handeln gefragt. Österreich braucht breiten Konsens über Wert und Wichtigkeit von Stiftungen, moderne rechtliche Rahmenbedingungen für gemeinnützige Stiftungen sowie eine gemeinsame Plattform für Stiftungen.

1. Stiftungskonsens

Ziel ist, dass Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft gemeinsam Beiträge zur Lösung großer gesellschaftlicher Herausforderungen erbringen. Auf Ressourcen und Innovationskraft eines entwickelten gemeinnützigen Stiftungswesens darf nicht länger verzichtet werden. Österreich braucht breiten politischen und gesellschaftlichen Konsens für ein stiftungsfreundliches Klima.Gemeinnützige Stiftungen sollen künftig vermehrt als verlässliche Säulen der Zivilgesellschaft Beiträge für Österreichs Zukunft leisten. Daher sind die Leistungen von Stiftungen für Land und Gesellschaft – nicht nur angesichts leerer Staatskassen – von großer Bedeutung.

2. Stiftungsrecht

Ein Bundesgesetz zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements in Österreich (Gemeinnütziges Stiftungsgesetz) soll es einfacher machen, gemeinnützige Stiftungen zu errichten. Notwendig sind eine Novellierung des bestehenden Bundesstiftungs- und Fondsgesetzes sowie Änderungen im Steuer- und Abgabenrecht.

Neben steuerlichen Anreizen für Zuwendungen an Stiftungen müssen Benachteiligungen für Stiftungen beseitigt werden: Bisher müssen Stiftungen in Österreich 25 Prozent an den Staat zahlen, wenn sie Geld für gemeinnützige Zwecke ausschütten wollen. Österreich soll durch ein modernes gemeinnütziges Stiftungsrecht zu einem attraktiven Stiftungsstandort in Europa werden.

3. Stiftungsplattform

Die Vernetzung der Stiftungen untereinander muss forciert werden. Österreichs gemeinnützige Stiftungen brauchen eine gemeinsame Plattform zur Koordinierung ihrer Aktivitäten und zur Bündelung ihrer Kräfte. Mit dem Bund gemeinnütziger Stiftungen sollen Österreichs Stiftungen künftig eine starke Basis für ihre Aktivitäten zur Verfügung haben. Gemeinsam erreichen auch Stifter und Stiftungen mehr.

,,Es braucht wie bei allen Vorhaben, ein strategisches Zentrum, in dem die Energien sich bündeln können und dass ist das was wir wollen und sein werden“

- Dr. Harald Katzmair, design. Präsident Bund gemeinnütziger Stiftungen

,,Um die zukünftigen Herausforderungen Österreichs zu meistern, braucht es ein Miteinander von Staat, Wirtschaft und Zivilgesellschaft. Der Bund gemeinnütziger Stiftungen wird als zentraler Netzwerkknoten dabei eine entscheidende Rolle spielen.“

- StS Dr. Harald Mahrer, Präsident Julius Raab Stiftung

„Gemeinnütziges Stiften ist wichtige Grundlage dafür, dass die Zivilgesellschaft, unabhängig von Staat und Wirtschaft, wirken kann. Viele Initiativen unter einem Bund vernetzt, können Österreich zum Blühen bringen“

- Dr. Marisa Mühlböck, Geschäftsführerin Julius Raab Stiftung

,,Die Zeit ist reif, um Österreich positiv zu verändern und in die Zukunft zu führen!“

- Univ. Prof. Dr. Siegfried Meryn, Nein zu Krank und Arm

,,Es braucht den Bund, weil wir alle die zusammen bringen müssen, die genug Kapital haben, um in dieser Gesellschaft etwas zu bewegen. Denn in der jetzigen Situation wird das Land nicht überleben können, aber wir haben es in der Hand, etwas grundsätzlich anderes zu machen.“

- Christian Köck, Köck Privatstiftung

,,Der Bund ist wichtig, weil Initiativen, die alleine gemacht werden, oft im Sande verlaufen und wir uns im Bund gegenseitig stärken können!“

- Mag. Katharina Turnauer, Turnauer Privatstiftung

,,Wenn in Österreich etwas weitergehen kann und soll, dann braucht es eine gemeinsame starke Kraft für die Gemeinnützigen. Das wird der Bund gemeinnützigen Stiftungen sein!“

- Dr. Günther Lutschinger, Fundraising Verband Austria und Stiftung Philanthropie Österreich

,,Weil gesellschaftliches Engagement zeitlos ist!“

- DI Sebastian Haselsteiner, Haselsteiner Familien-Privatstiftung

,,Damit Menschen mehr Bewusstsein bekommen für das Geben und welchen Wert es in der Gesellschaft hat.“

- Mag. Samira und Hermann Rauter, Peopleshare Foundation

,,Es ist wichtig, dass sich Stiftungen vernetzen, denn es gibt noch einiges gesetzlich für Stiftungen nachzujustieren und hierfür ist der Erfahrungsaustausch im Bund erforderlich.“

- Mag. Peter Weinhäupl, Leopold Museum – Privatstiftung

,,Den Bund gemeinnütziger Stiftungen brauchen wir, um ein ordentliches Umfeld und die Strukturen zu schaffen, damit Leute auch etwas haben um Gutes zu tun.“

- Mag. Wolfgang Ules, Stiftung Philanthropie Österreich

,,Weil es unglaublich viele engagierte und motivierte Menschen gibt, die an den bisherigen Rahmenbedingungen als Einzelperson verzweifelt sind. Mit dem Bund kann man gemeinsam Österreich verändern.“

- Dr. Michael Fembek, Essl Foundation

,,Ich wünsche dem Bund gemeinnütziger Stiftung, dass es ihm gelingt, die strategische Lücke der Zivilgesellschaft in Österreich zu schließen und die Möglichkeiten und Potenziale die das neue Gesetz verspricht innovativ zu lösen.“

- Dr. Stefan Empter, Bertelsmann Stiftung

„Der Bund gemeinnütziger Stiftungen ist wichtig, um dem gemeinnützigen Stiftungswesens in Österreich gegenüber Politik und Öffentlichkeit eine starke Stimme zu verleihen.“

- Dr. Hedda Hoffmann-Steudner, Bundesverband Deutscher Sitftungen

,,Der Stiftungsbereich braucht ein Sprachrohr gegenüber der Öffentlichkeit, den Medien, der Politik, den Behörden und dem Gesetzgeber.“

- Dr. Christoph Degen, proFonds - Stiftungsverband

„Gemeinnützig tätige Stiftungen müssen in Österreich Profil und Sichtbarkeit bekommen – und dafür ist eine aktive Vereinigung von Gleichgesinnten ein sehr wichtiges Instrument.“

- Franz Karl Prüller, ERSTE Stiftung

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