Von einem, der sich etwas traute - Julius Raab Stiftung

Von einem, der sich etwas traute

JuristeInnen und UnternehmerInnen lebe auf einem anderen Stern – so die Headline eines Berichts über die deutsche Professorin Barbara Dauner-Lieb in der Tageszeitung „Die Presse“[1]. Diese Sterne unterscheiden sich vor allem in Bezug auf den Umgang mit Unsicherheit. Für Dauner-Liebl reagieren Unternehmen darauf mit Strategie, JuristeInnen mit einer Fülle neuer Regeln. Warum ist für die Professorin der Universität Köln auch klar: Für JuristInnen ist Rechtssicherheit der größte Wert.

 

Die Feste feiern wie sie fallen

Und doch können auch noch so viele Paragraphen den Unternehmergeist nicht unterdrücken. Bestes Beispiel dafür ist Dejan Jovicevic. Der gebürtige Slowene kam mit 18 Jahren nach Österreich, lernte erst Deutsch und Latein und verfiel dann der Juristerei. Nach dem Studium führte ihn sein Weg in eine große internationale Wirtschaftskanzlei. Dort standen Mergers und Akquisition auf der Tagesordnung. Aber nicht sehr lange. Bald folgte er dem Ruf eines ehemaligen Kollegen und begann seine Karriere in der Medienbranche. Jovicevic zeichnete bei der Tageszeitung „Die Presse“ für die Themen Recht und Personal verantwortlich.

 

Freiraum für eine neue Spielwiese

Schnell war klar, dass die Digitalisierung ein neues Spielfeld für Medienunternehmen eröffnet und damit eine neue Gestaltungsmöglichkeit für Jovicevic. Er gründete innerhalb der Styria-Verlagsgruppe ein neues Produkt für die Start-Up und Digitalwirtschaft: Der Brutkasten. „Wir haben uns viele gute Synergien erhofft. Schließlich sind in der Styria-Gruppe viele hervorragende Strukturen da. Nach einiger Zeit mussten wir uns aber alle eingestehen, dass diese Welten zu unterschiedlich sind.“, so Jovicevic

 

Ehrlich währt am längsten und zahlt sich aus

Diese Ehrlichkeit hat Jovicevic ganz neue Möglichkeiten eröffnet: „Ich war eigentlich nie darauf eingestellt, Unternehmer zu werden. Ich war immer in einem Manager-Umfeld. Dort bekommt man die nächste Aufgabe, die nächste Gehaltserhöhung etc. Als wir erkannt haben, dass Der Brutkasten im Ökosystem der Presse nicht gut funktioniert, habe ich aber sofort zugegriffen und wurde über Nacht zum Unternehmer.“ 2017 kaufte Jovicevic mittels eines Management-Buy-Outs den Brutkasten aus seiner alten Struktur heraus. „Ich bereue das keine Sekunde. Auch wenn Unternehmer-sein natürlich nicht immer leicht ist. Da gibt es viel Druck, den ich aus meinem alten Umfeld nicht so direkt erlebt habe: Liquidität, sehr persönliche Verantwortung meinen Teamkollegen gegenüber etc. Aber meine Lernkurve ist unbezahlbar.“, so der CEO und Herausgeber.

 

Keine Ausreden

„Wir sind eine kleine Struktur bei uns im Unternehmen. Bei uns muss eigentlich jeder und jede unternehmerisch handeln. Das heißt für mich vor allem keine Ausreden suchen, sondern Lösungen finden. Dafür gibt es bei uns jede Menge Gestaltungsspielraum.“ schließt Jovicevic ab.

 

 

[1] „Die Presse“, Print-Ausgabe, 09.03.2017

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