Neue Perspektiven für geflüchtete Akademiker

Nina Poxleitner zu Gast bei Markus Gull im Café Julius

Im September 2016 hat Nina Poxleitner als eine von drei Cogründerinnen das Unternehmen „More than one perspective“ (MTOP) gegründet, eine GmbH, die Programme zur Integration von geflüchteten Akademikern anbietet.

Social Business und Social Entrepreneurship liegen heute spürbar im Trend. „More than one perspective“ ist so ein „typisches“ Social Business im besten Wortsinn, nämlich eines, das eine der wichtigsten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit aufgreift und dazu intelligente Lösungen anbietet. Es geht aber nicht nur darum, die Welt ein Stück zu verändern bzw. zu verbessern – man darf auch Geld damit verdienen.

Win-win Situation für geflüchtete Akademiker und heimische Unternehmen

„More than one perspective“ ist ein integratives Weiterbildungsprogramm, mit dessen Hilfe geflüchtete Akademiker nachhaltig in Unternehmen integriert werden sollen. Das Programm bietet den akademisch gebildeten Geflüchteten – meist stammen sie aus dem arabischen Raum – Orientierung und Integration. Den Unternehmen ermöglicht es den Zugang zu High Potentials, die sie sonst nur schwer erreichen könnten. Eine Win-win Situation: „Wären unsere Klienten nicht geflüchtet, würde man sie Expatriates nennen“, ist Nina Poxleitner überzeugt. Außerdem leistet ihr Unternehmen für den Staat bzw. die Gesellschaft einen wichtigen Beitrag zur Integration.

Teilnahme am Programm ist sehr begehrt

Zielpublikum des Programms sind ausschließlich geflüchtete Akademiker – man nennt sie hier „Associates“ – mit einem Abschluss in Technik, Wirtschaft oder IT, Deutschkenntnissen von mindestens B1-Niveau und einem positiven Asylbescheid bzw. subsidiärer Schutzberechtigung. Nach erfolgreicher Absolvierung des Associate-Programms haben die Alumni noch die Möglichkeit, sich zum „Ambassador“, zu einem Integrationsbotschafter weiterzubilden. „Wir hatten bisher achtmal so viele Bewerber als Kursplätze, und von den zehn Teilnehmern unseres ersten Kurses haben acht bereits einen Job gefunden“, erzählt Poxleitner. „Wir haben uns auf das Segment Akademiker fokussiert, weil man da rasch Erfolge erzielen kann. Wir stärken unsere Alumni und schaffen so Impact. Die Integration unserer Klienten dauert erfahrungsgemäß ein bis zwei Jahre“.

Integrationsbedarf ist Wachstumsmarkt

Nina Poxleitner und ihre beiden Mitbegründer bringen neben wirtschaftlichem Wissen auch viel Integrationserfahrung in das Unternehmen ein. Alle drei haben als „Teach for Austria – Fellows“ an Neuen Mittelschulen mit über 80 Prozent Kindern bzw. Jugendlichen mit Migrationshintergrund unterrichtet. „Die Nachfrage nach unserem Angebot wird sicher noch steigen“, ist Poxleitner überzeugt. Man habe sich das eigene Businessmodell mit Fokusgruppen, Mentoren und externen Ideenspendern genau angesehen, um es entsprechend zukunftsfähig zu gestalten. Natürlich, Scheitern dürfe auch sein,  und oft bedürfe es bei Unternehmen auch der 2. Chance, aber daran denkt Nina Poxleitner heute so gar nicht.

Nachhaltig wachsen ist das Ziel

Die Unternehmen leisten bei der Aufnahme von geflüchteten Akademikern einen gewissen Beitrag und es gibt Fördermittel vom Integrationsministerium, die mit der Zeit geringer werden. Auch die Associates leisten einen – wenn auch nur geringen, symbolischen – Beitrag. Zukünftig soll, geht es nach Poxleitner, das Unternehmen dem Bedarf entsprechend nachhaltig wachsen und die entsprechenden Gewinne erzielen.

 

Nina Poxleitner studierte Internationales Management in vier Ländern, war in der Beratung tätig und leitete Marketing Projekte für Start-Ups in Österreich, Deutschland, Indien und Chile.

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