15. Dezember 2020

Julius Raab Stiftung präsentiert Studie zu richtungsweisenden Ideengebern Europas

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Wien (OTS)Am Montag, 14. Dezember, präsentierte die Julius Raab Stiftung gemeinsam mit FASresearch das Studienprojekt NAVIGATEUR. Gemeinsam hat man in den letzten Monaten erforscht, welche Organisationen wie etwa Think Tanks, Forschungsinstitute, Stiftungen, Interessensvertretungen, NGOs und Plattformen in Europa und Österreich als Ideen- und Impulsgeber großen Einfluss haben und wie lernfähig und offen das politische System für neue unkonventionelle Kooperationen ist.

„Um aus Krisen wie aktuell durch die Covid-19-Pandemie wieder gestärkt herauszukommen, sind Lernfähigkeit und neue Formen der Zusammenarbeit unterschiedlicher Impulsgeber ganz essenziell und dazu möchten wir mit dem Projekt Navigateur einen Beitrag leisten“, so Stiftungspräsidentin Martha Schultz und Geschäftsführer Christoph Robinson. Auf der Suche nach Antworten, wer diese Ideen- und Impulsgeber sind, ist die Julius Raab Stiftung in Kooperation mit FASresearch in den letzten Monaten folgender Forschungsfrage nachgegangen: „Wer liefert aktuell in Europa und insbesondere im DACH-Raum wichtige Ideen und Impulse zu den großen wirtschaftlichen, sozialen, ökologischen, technologischen und geopolitischen Herausforderungen unserer Zeit?“ Ausgehend von 55 Tiefengesprächen mit namhaften Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft/Forschung, NGOs und Think Tanks und einer quantitativen Erhebung zu klassischen Mediennennungen und Social Media Aktivitäten erstellte FASresearch eine Netzwerkanalyse.

Die Ideen- und Impulsgeber Europas

Europaweit tritt die Europäische Kommission als wichtigste Ideen- und Impulsgeberin hervor, denn sie ist in der Lage, unterschiedliche Rollen zu verbinden und verfügt über die Autorität, wichtige Impulse (wie aktuell den Green Deal und den Corona-Aufbauplan) zu setzen und diese auch in die Umsetzung zu bringen. Dahinter folgen Impulsgeber, die analytische und kommunikative Fähigkeiten verbinden, also Plattformen wie das World Economic Forum und Think Tanks wie Bruegel in Brüssel oder die deutsche Bertelsmann Stiftung.

Sozialpartner mit starkem Einfluss in Österreich

In Österreich sind es vor allem die Sozialpartner, von denen erwartet wird, dass sie Impulse liefern sollen bzw. können. Forschungseinrichtungen wie das Institut für Höhere Studien (IHS) und das Österreichischen Institut für Wirtschaftsforschung (WIFO) sind weitere wichtige Akteure in Österreich. Eine Darstellung der über 90 Organisationen aus Österreich ist in der Netzwerkgrafik auf www.navigateur.eu möglich.

Umsetzung braucht Kooperationen

Die Vielfalt der insgesamt 370 Organisationen in der Netzwerkanalyse zeigen, dass es nicht an Ideen mangelt. Die Herausforderung liegt in der Frage der Umsetzung: Wie kommt die Idee von der Analyse zur Tat? Die Implementierung gelingt dort, wo Analysten, Kommunikatoren und Umsetzer an einem Tisch sitzen. „Die Voraussetzungen für eine gemeinsame Arbeit und ihre Umsetzung ist Kooperationsfähigkeit. Anstelle der üblichen Allianzen müssen unkonventionelle Kooperationen, sogenannte „Stretched Collaborations“ geschaffen werden, um Lagebilder zu erstellen, aus denen operative Pläne entwickelt werden können“, so Studienautor Harald Katzmair.

Resilienz ist eine Frage der Lernfähigkeit

Krisenzeiten erfordern Resilienz, also die Fähigkeit, sich auch im Moment der Krise weiterentwickeln zu können und zu lernen. Wie lernfähig Politik und Verwaltung letztendlich sind, darüber entscheide aus Sicht der befragten Expertinnen und Experten die Politik selbst. Es sei nicht immer transparent, wem die Regierungen ihr Ohr leihe und wer es in die Nähe der Entscheiderinnen und Entscheider schaffe. Zugleich ergeben sich aber gerade in Krisenzeiten „Windows of Opportunities“, in denen die Politik wesentlich offener gegenüber neuen Ideen und Impulsen wird.

Im Anschluss an die Präsentation durch Studienautor Harald Katzmair diskutierte ein hochkarätiges Panel mit Clara Blume (Open Austria), Stefan Empter (Bertelsmann Stiftung), Harald Mahrer (WKÖ), Wolf Heinrich Reuter (Sachverständigenrat in Deutschland) und Verena Ringler (European Commons) unter Moderation von Rosa Lyon (ORF) die Studienergebnisse. „Gerade jetzt müssen wir – im Sinne einer Herdenkreativität – die besten Köpfe aus den unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen, um gemeinsam zu Lösungsansätzen zu kommen, wie wir Österreich und Europa nach den Erfahrungen mit Covid-19 resilienter aufstellen. Das Projekt Navigateur macht diese Ideen- und Impulsgeber, die es dafür braucht, sichtbar“, so Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer.

Die Netzwerkanalyse der Ideen- und Impulsgeber und die Ergebnisse zu Lernfähigkeit und Kooperationen sind unter www.navigateur.eu verfügbar.

Medienberichte:

Der Standard online, 14.12.2020

Der Standard Print, 15.12.2020

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