10. Oktober 2013

Nachbericht: Gerechtigkeit für Generationen

Österreich steht gut da – dennoch bleibt viel zu tun: Wir leben heute auf Kosten der nächsten Generation und handeln alles andere als enkeltauglich. Was müssen wir tun, um der Jugend eine faire Zukunft zu geben? Was bedeutet Generationengerechtigkeit im Hinblick auf Staatshaushalt, Pensionen, Bildung und Umweltschutz? Und wie generationengerecht ist Österreich im internationalen Vergleich?

Die Julius Raab Stiftung und das Ökosoziale Forum luden am 7. Oktober zur Diskussion dieser Fragen in den Julius Raab Saal der Politischen Akademie. Nach der Vorstellung der Studie der Bertelsmann Stiftung „Generationengerechtigkeit in alternden Gesellschaften“ von Daniel Schraad-Tischler, Senior Project Manager der Bertelsmann Stiftung, diskutierten der Präsident der Nationalbank, Claus Raidl, Staatssekretär Sebastian Kurz, Ökonom Gottfried Haber und die Psychologin Christiane Spiel über die Gerechtigkeit für die nächsten Generationen.

Der Präsident des Ökosozialen Forums Stephan Pernkopf sprach sich für einen Neubeginn mittels Ökosteuerreform aus, bei der die Arbeit entlastet und umweltschädliches Verhalten belastet werde. Harald Mahrer, Präsident der Julius Raab Stiftung betonte, dass es bei Lösungsansätzen nicht immer ein „entweder – oder“ sondern auch ein „sowohl – als auch“ geben müsste, bei dem unterschiedliche Varianten zum Wohl des Landes gleichwertig nebeneinanderstehen.

Daniel Schraad-Tischler

Generationenexperte der Bertelsmann Stiftung Daniel Schraad-Tischler stellte die Studie „Generationengerechtigkeit in alternden Gesellschaften“ vor. Die Fakten für Österreich: Was die Kinderarmut betrifft, steht Österreich gut da. Betrachtet man allerdings den Schuldenstand, sehen die Ergebnisse anders aus. Pro Kind fallen Staatsschulden von 200.000 Euro an.

 

Christiane Spiel

Psychologin Christiane Spiel sah das Thema Bildung als Schlüsselfrage der Generationengerechtigkeit. „Hier muss der Fokus ganz besonders auf die frühkindliche Förderung gelegt werden. Kindergärten dürfen nicht als Betreuungseinrichtungen, sondern als Bildungsstätten gesehen werden.“

 

Gottfried Haber

Jede Steuerreform muss ökologisch sein und dennoch im Einklang mit der internationalen Wettbewerbsfähigkeit stehen“, forderte Gottfried Haber, Universitätsprofessor der Donau-Universität Krems. „Ökosteuern bringen Systeme ins Gleichgewicht, Vermögenssteuern nicht.“

 

Sebastian Kurz

Als Staatssekretär für Integration sah Sebastian Kurz eine kohärente Zuwanderungs- und Integrationspolitik und die sprachliche Frühförderung als zwei essentielle Punkte um Gerechtigkeit zwischen den Generationen zu schaffen.

 

Claus Raidl

Claus Raidl meinte: „Eine Umschichtung der Budgetausgaben in Richtung Zukunftsinvestitionen und eine Reduktion der Schulden ist notwendig. Es muss mehr Geld in die Forschung und Bildung investiert werden.“

Niemand darf und kann auf Kosten der nachfolgenden Generationen leben“ war die Conclusio der Diskussion „und dafür muss ein Bewusstsein in der Gesellschaft geschaffen werden“. Man war sich einig: „Die Generationengerechtigkeit muss ein Leitziel für die nächste Bundesregierung – wie immer sie sich zusammensetzt – sein.

Wir verfolgen ein klares Ziel:
Wir wollen Österreich nach vorne bringen

Mit neuen Ideen, einer ehrlichen und
mutigen Politik und auf Basis zeitloser Werte.


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