HEAD HUNTER FÜR DIE BILDUNG

TEACH FOR AUSTRIA bildet exzellente UniversitätsabsolventInnen in einem knackigen Intensivtraining zu LehrerInnen für Brennpunktschulen aus.

In den 1990er Jahren fragte sich die Studentin der amerikanischen Elite-Universität Princton Wendy Kopp etwas, das zur Gründung einer weltweiten Bewegung werden sollte: Warum sucht der Staat nicht mit gleich viel Aufwand und Engagement nach den besten KandidatInnen für den LehrerInnenberuf unter den Uni-AbsolventInnen, wie das etwa Head Hunter im Auftrag von Investmentbanken tun?

Die Antwort auf diese Frage hat Wendy Kopp wohl nicht gefunden, aber mit TEACH FOR AMERICA  hat sie eine Lösung für dieses Problem entwickelt. Eine Lösung die zur Gründung einer internationalen Organisation geführt hat, die unter dem Namen TEACH FOR ALL mittlerweile in 48 Staaten weltweit aktiv ist. Eine Lösung, die Innovation in das Bildungssystem bringt. Und eine Lösung, die ihren Weg auch in Österreichs Brennpunktschulen gefunden hat.

 

Bildungs-Bootcamp für Brennpunktschulen

Das Konzept ist simpel und vielleicht gerade deshalb so effektiv: UniversitätsabsolventInnen mit exzellentem Abschluss können sich, unabhängig von ihrer Studienrichtung, für eine Fellow-Ausbildung bei der lokalen TEACH-FOR-ALL-Organisation bewerben. Im Rahmen dieses Bootcamp-artigen Trainings, werden die zukünftigen Fellows in wenigen Wochen zu LehrerInnen ausgebildet. Der Fokus liegt dabei weniger auch fachlichen Inhalten, wie Mathe oder Physik, sondern vor allem auf Leadership-Skills. Nach diesen intensiven Wochen beginnen die TEACH-FOR-ALL-LehrerInnen mit dem Unterrichten an Schulen. In Österreich sind das vor allem Neue Mittelschulen und Polytechnische Schulen. In Österreich arbeiten die Fellows für zumindest zwei Jahre an den Zielschulen.

 

Sei die Veränderung, die du in der Welt sehen willst. 

2010 stolperte der Österreicher, Walter Emberger, in England über TEACH FOR ALL: „Ich wusste sofort, das ist es. Das brauchen wir hier. Denn auch im reichen Österreich gibt es Entwicklungen, die für die Zukunft nichts Gutes erwarten lassen: Im Alter von zehn Jahren haben Kinder aus bildungsfernen Familien bis zu 3 Schuljahre gegenüber Kindern von AkademikerInnen verloren. Das ist einer der Gründe warum Österreich zu den OECD Schlusslichtern gehört, wenn es um den Bildungsaufstieg geht.“

2011 gründete Emberger die Organisation TEACH FOR AUSTRIA, die heute in Wien, Niederösterreich und Oberösterreich aktiv. Ist. Aktuell sind 89 Fellows an 43 Schulen aktiv und unterrichten 8.900 SchülerInnen. „Bei TEACH FOR AUSTRIA glauben wir daran, dass eine einzige Lehrkraft die Zukunft der SchülerInnen verändern kann. Das hat weniger mit dem fachlichen Unterricht zu tun, sondern mit dem besonderen Engagement unserer Fellows. Sie glauben an ihre Kinder und sehen dort Chancen, wo alle anderen schon aufgegeben haben“, so Emberger.

 

Fürsprecher für BildungsverliererInnen

Der Teach-For Austria-Gründer weiter: „Die Kinder unserer Fellows haben im heimischen Bildungssystem kaum Fürsprecher. Sie haben niemanden, der sich um ihren Bildungsweg kümmert, der Begabungen erkennt und dann drei Anrufe macht um Vorstellungsgespräche an passenden Schulen oder bei möglichen Lehrunternehmen zu machen. Unsere Fellows tun das.“

 

Und dann?

Die Fellows verpflichten sich für zwei Jahre im Rahmen einer vollen Lehrverpflichtung an den Zielschulen zu unterreicht. Rund die Hälfte der bisherigen TEACH FOR AUSTRIA Fellows bleibt auch danach noch an den Schulen. Sie machen neben dem Unterricht jenen Teil der Ausbildung nach, der ihnen für das Lehramt noch fehlt.

Andere wiederum gründen Start-Ups. So etwa Nina Poxleitner, die mit zwei anderen TEACH FOR AUSTRIA Fellows das Unternehmen MTOP auf die Beine stellte. Sie bringen Unternehmen, die Fachkräfte suchen und geflüchtete syrische AkademikerInnen zusammen. Ihr Erfolgsgeheimnis: sie bereiten die zukünfitgen ArbeitnehmerInnen und die Arbeitgeber intensiv auf diese Zusammenarbeit vor. „Unsere Fellows erhalten von TEACH FOR AUSTRIA eine Leadership-Ausbildung. Sie alle waren schon vorher unternehmerische Menschen und leben genau das auch nach Ihrer Zeit als Fellows weiter. Mit neuen Erfahrungen und Kompetenzen, um für sich und andere Positives zu bewirken“, schließt Emberger ab.

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