Soziale Marktwirtschaft

Die Soziale Marktwirtschaft ist eine Wirtschaftsordnung, die als dritte Form neben der rein liberalen Marktwirtschaft sowie der staatlich gelenkten Wirtschaft, Staat und Ökonomie in ein Gleichgewicht bringt.

Erstmals wurde der Begriff Soziale Marktwirtschaft, Grundlage des „deutschen Wirtschaftwunders“, 1947 vom Nationalökonomen Alfred Müller-Armack und dem deutschen Bundeskanzler Ludwig Erhard erwähnt. In Österreich beruht die Soziale Marktwirtschaft vor allem auf den Ideen von Bundeskanzler Julius Raab und Finanzminister Reinhard Kamitz (Raab-Kamitz-Kurs).

Nachdem 1945 der Schilling wieder eingeführt und eine Hartwährungspolitik betrieben wurde, qualifizierte sich Österreich 1947 für den Marshall-Plan und konnte so die angeschlagene Industrie wiederaufbauen. Einen wichtigen Beitrag leistete auch die österreichische Sozialpartnerschaft, deren Mitbegründer Julius Raab war. Sie beruht auf dem Grundkonsens, dass Arbeitgeber/innen und Arbeitnehmer/innen gleichberechtigt sind. Soziale Konflikte wurden in Folge nicht mehr auf der Straße, sondern am Verhandlungstisch ausgetragen. Auf dieser Grundlage beschloss der Nationalrat z.B. 1955 das Allgemeine Sozialversicherungsgesetz (ASVG). Das hohe Maß an sozialen Frieden förderte weitere Investitionen österreichischer Unternehmen.

Das Prinzip der Sozialen Marktwirtschaft trug in Österreich durch seinen konsequenten Anwender Julius Raab zur Stabilisierung der österreichischen Währung, zur Vollbeschäftigung und zur Entwicklung des Wohlfahrtsstaats bei. Heute ist sie in vielen Industriestaaten weitgehend unumstritten.

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Zentrum für soziale Marktwirtschaft / Julius Raab Stiftung 1041 Wien Mozartgasse 4