9. Mai 2018

Die Top 10 Projekte des S&B Awards 2018

Mit dem S&B Award prämiert der Rudolf Sallinger Fonds jedes Jahr frühphasige Kommerzialisierungsideen, die auf einer wissenschaftlichen Leistung beruhen. Die Einreichungsphase ist bereits beendet und die Top 10 Projekte des S&B Awards wurden von der Jury  ausgesucht. Alle 10 Projekte bekommen Unterstützung durch Mentoringleistungen und andere Unterstützungangebote. Heuer findet  die Award Ceremony des Rudolf Sallinger Fonds am 6. Juni statt, wo auch die der Preis der Future Founders Challenge vergeben wird. Die Top 10 Projekte sind:

 

Angel Valve Project

Medizinische Universität Wien
Prof. DDr. Werner Mohl / DI Johanna Maria Ticar / DI Olga Gorja / Dr. Ivona Brasnjevic

8.1 Millionen Menschen in Europa und den USA sind von einer Erkrankung der Mitralklappe, der Herzklappe zwischen linkem Vorhof und linker Herzkammer, betroffen. Goldstandard zur Behandlung ist eine Operation am offenen Herzen, eine schwerwiegende Intervention mit hohem Risiko. Mehr als 50% der betroffenen Patienten werden aufgrund ihres Alters oder Begleiterkrankungen nicht operiert, was zu einer ständigen Überlastung des Herzmuskels und in Folge zu Herzversagen führt.
Mitral Butterfly ist ein Implantat, das minimal invasiv (mittels Katheter) über das Gefäßsystem ins schlagende Herz eingebracht werden kann. Das Implantat passt sich physiologisch an die Bewegung des Herzens an und repariert so schonend die Herzklappe. Durch dieses neuartige Konzept und die damit verbundene verkürzte Interventions- und Rehabilitationsdauer können 100% der betroffen Patienten behandelt und Kosten für das Gesundheitssystem reduziert werden.

 

CRYS – High-performance polyimide by UGP materials

Technische Universität Wien
Dr. Miriam M. Unterlass / Dietmar Gombotz, BBSc

UGP materials revolutioniert mit der hydrothermalen Polymerisation (=HTP) die industrielle Produktion von Hochleistungspolymeren. Basierend auf dem neuen grünen umweltschonenden Verfahren HTP können Polymere wie Polyimide, aber auch andere Werkstoffe, umweltschonender und in signifikant höherer Qualität produziert werden. Das Verfahren wurde von der Gründerin und FWF START Preisträgerin Dr. Miriam M. Unterlass an der Technischen Universität Wien entwickelt und patentiert.
Im ersten Schritt konzentriet sich UGP materials darauf hochkristalline Polyimide (CRYS) zu produzieren. Diese durch HTP produzierte Polyimide sind den Konkurrenzprodukten aufgrund Ihrer vollkristallinen Struktur in vielen Aspekten überlegen. Weiters können durch einfache Eingriffe im Prozess die Eigenschaften auf den Anwendungsfall angepasst werden.
Das Ziel von UGP materials ist der führende Anbieter von Hochleistungspolymeren zu werden und gleichzeitig einen Beitrag zur Erhaltung der Umwelt zu liefern.

 

FluorIonic

Universität Innsbruck
Dr. Benjamin Naier / Inge Schlapp-Hackl, MSc / Dr. Gabriel Partl

Organische Fluorverbindungen – der bekannteste Vertreter davon ist Teflon – zeichnen sich durch Wasser und Öl abweisende Eigenschaften, chemische Stabilität und Hitzebeständigkeit aus und werden deshalb z.B. als Beschichtungen für Textil, Papier- bzw. Lebensmittelverpackungen, in Lacken oder Feuerlöschschäumen verwendet. Sie sind allerdings in der Umwelt schlecht abbaubar und deshalb größtenteils ab 2020 in der EU verboten.
Wir haben neuartige organische Fluorverbindungen entwickelt und patentiert, die (i) auch nach 2020 noch erlaubt, dabei (ii) weiterhin wirtschaftlich herstellbar sind und (iii) teilweise verbesserte Anwendungseigenschaften besitzen. So können damit

•In Outdoor-Textilien eine antibakterielle Wirkung erzeugt werden, ohne dass, wie bisher, toxische Chemikalien verwendet werden müssen.
• Feuerlöschschäume effektiver und umweltschonender gemacht werden.
• mit damit beschichteten Filtern bzw. Netzen, Öl oder toxische Fluorchemikalien effektiv aus dem Wasser entfernt werden

 

Fühlende Beinprothese

University of Applied Science Upper Austria
Prof. (FH) Hubert Egger / Mag. Rainer Schultheis

Der Prothetik-Experte Dr. Hubert Egger, Professor an der Fachhochschule Oberösterreich, hat 2015 erstmals erfolgreich einem Menschen eine fühlende Prothese angepasst. Die Vorteile dieser Neuentwicklung sind beeindruckend. Aufgrund der neuronalen Verbindung fühlt der Patient an der Sohle des Prothesenfußes und erkennt so die Beschaffenheit des Bodens sowie Hindernisse besser. Damit wird die Sturzgefahr beim Gehen reduziert. Der wiederhergestellte Informationstransfer trägt auch zur natürlicheren Integration der Prothese in das Körperbild des Patienten bei und verringert maßgeblich Phantomschmerzen. Die von der Universitätsklinik Innsbruck unterstützte Methode der Targeted Sensory Reinnervation (TSR) könnte für viele Betroffene ein Ende der Phantomschmerzen bedeuten, indem die künstliche Gliedmaße der verlorenen natürlichen Gliedmaße ein Stück näher kommt. Ein in Niederösterreich ansässiges Unternemen hat diese Idee der bionischen Prothese aufgegriffen und verfolgt diese in Kooperation mit Hochschulpartnern weiter.

 

LaserEye

Universität Wien
Ugur Sezer, MSc / Dr. Philipp Geyer / Christoph Götz, MSc

Laser werden in der fertigenden Industrie, Wissenschaft und Forschung, sowie in der Medizin verwendet. In diesen Bereichen erfordert die Arbeit mit Lasern höchste Sicherheitsmaßnahmen, die Visualisierung von gefährlichen Laserstrahlen sowie die Einblendung von relevanten digitalen Informationen. Herkömmliche Laserschutzbrillen bieten nur komplizierten und unkomfortablen Augenschutz durch Filtergläser. Wir entwickeln LaserEye, um diese Bedürfnisse zu erfüllen. Unsere Idee besteht aus einer Virtual Reality Brille mit zwei vorne angebrachten Kameras und einer mobilen Recheneinheit. Dadurch wird 100% Schutz gewährleistet, die native Sicht nicht nur wiederhergestellt sondern bis ins Infrarote erweitert und digitale Informationen ins Blickfeld eingeblendet. Die patentierte Kamera- und Sicherheitstechnik bedienen schnell wachsende Märkte in Medizin, Industrie und Wissenschaft. Zusätzliche Apps ermöglichen die Einbindung in die Industrie 4.0 Umgebung und erschließen völlig neue Umsatzmodelle.

 

Prewave – Predicting Supply Chain Risk from Social Media Data

Technische Universität Wien
Dr. Lisa Madlberger / Harald Nitschinger, BA / Michael Heil, MSc

Dr. Lisa Madlberger hat in Ihrer Dissertation an der TU Wien eine Datenanalysetechnologie im Bereich der automatisierten Sprachverarbeitung und des maschinellen Lernens entwickelt. Die Technologie ist spezialisiert auf die Erkennung von Ereignissen in multilingualen Social Media Daten. Gemeinsam mit dem Team ihres Startups Prewave soll diese nun in ein innovatives Produkt für den Supply Chain Management Markt weiterentwickelt werden, das Logistikdienstleistern und Unternehmen mit komplexen Lieferketten hilft, Risiken frühzeitig zu erkennen um Störungen zu vermeiden und die Nachhaltigkeit in Lieferketten zu erhöhen. Lisa Madlberger hat während Ihrer Dissertation ein internationales Forschungsprojekt mit dem Bandung Institute of Technology und der University of Indonesia geleitet, das mit dem ASEA-Uninet Bernd Rode Award für exzellente internationale Forschungszusammenarbeit ausgezeichnet wurde. Die Ergebnisse wurden in 10 Peer-reviewed Publikationen veröffentlicht und die Dissertation mit summa cum laude abgeschlossen.

 

ToxPHACTS

Universität Wien
Univ. Prof. Dr. Gerhard Acker / Anika Dangl, MA / Dr. Melanie Grandits / Jana Gurinova / Dipl.-Ing. Bernhard Knasmüller

Development of a new drug currently takes 10-12 years with costs of around 2 billion $. Main reasons for failures comprise lack of efficacy & unforseen toxicity. For the latter, a standard process pursued to minimise the risk is toxicological read across. Briefly, toxicologists query the available literature for compounds which are structurally similar to their development candidate in order to retrieve information on potential hazards. This is done by manual searches, which is time consuming & prone to errors.
With ToxPHACTS we integrate our recent research highlights in computational toxicology & semantic data integration to offer an expert system which will help pharmaceutical companies to foresee possible toxologies of new development candidates. In contrast to the current process for toxicological read across, ToxPHACTS
– uses innovative ways of similarity searching, such as bioisosteric similarity
– allows complex queries across multiple, semantically integrated data sources
– provides advanced visualisation tools for rapid and easy analysis of read across search results
ToxPHACTS will help to save time, money & animal experiments.

 

Tribo Tools

Universität für Bodenkultur Wien
Dipl.-Ing. Dr. Rupert Wimmer / Dipl.-Ing. Roman Myna / Dipl.-Ing. Dr. Stephan Frömel-Frybort / Dr. Falk Liebner

Die Kommerzialisierungsidee „TriboTools“ betrifft die Reduktion der Staubentwicklung an allen stationären sowie handgeführten Holzbearbeitungsmaschinen (Sägen, Schleifgeräte etc.) im Moment der Entstehung. Dies wird durch geeignete Beschichtungen der spanabtragenden Maschinenteile mit unterschiedlich triboaktiven Materialien erreicht. Durch geeignete Auswahl des triboaktiven Materials lassen sich Holzspäne zu etwa gleichen Anteilen sowohl negativ als auch positiv aufladen. Da sich elektrostatisch unterschiedlich geladene winzige Staubpartikel anziehen und sich zu größeren, schwereren und ungeladenen Teilchen zusammenballen, kommt es in der Folge nicht mehr zur Ausbildung von Holzstaubwolken. Damit lassen sich nicht nur das Risiko von Staubexplosionen und Erkrankungen in der holzbearbeitenden Branche vermeiden, sondern auch Schmutz, Filterbelastung, Absaugleistung und Materialkosten für Filtersysteme verringern. Die Zielgruppen dieser Idee sind dementsprechend breit und betreffen die Hersteller entsprechender Maschinen, die unterschiedlichen Holzbearbeitenden Gewerbe sowie den nicht-gewerblichen do-it-yourself Bereich.

 

UpNano

Technisch Universität Wien
Denise Mandt, MSc

Unser hochauflösendes 3D-Drucksystem wird die Herstellung von Mikrostrukturen revolutionieren. Dadurch erschließen sich unter anderem in der pharmazeutischen Industrie neue Möglichkeiten in der Medikamentenentwicklung. Durch sogenannte Gewebemodelle wird man in Zukunft die Wirkung und mögliche Nebenwirkungen bereits in Laborversuchen erforschen können. Wodurch nicht nur Kosten, sondern vor allem wertvolle Zeit eingespart werden kann.
Das verwendete Verfahren basiert auf der selektiven Aushärtung von Photopolymeren mittels stark fokussierten Ultrakurzpulslaser. Das ausgehärtete Volumen kann dabei kleiner als 1µm³ sein, sprich milliardenmal kleiner als ein Regentropfen. Dabei vereinbart unser System feinste Auflösung, mit wirtschaftlichen Durchsatzraten und dem Potential für biokompatiblen Anwendungen. Ganz nach dem Motto desto komplexer desto schneller.

 

UriSalt

Medizinische Universität Innsbruck
Dr. Gerda Fuhrmann / Dr. Peter Heinz-Erian

Natrium (Na) ist ein im Körper hauptsächlich als Salz vorkommendes Element, welches lebenswichtige Funktionen, wie Regulierung des Flüssigkeitshaushalts, Transport von Nährstoffen und Weiterleitung von zellulären Informationen bewirkt. Störungen des Na-Haushalts betreffen etwa zwei Milliarden Menschen weltweit und können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben.
SODISENS ist ein einfacher Urintest zur Untersuchung der Versorgung des Körpers mit Na bestehend aus Einmalteststreifen und einem Handmessgerät. Seine unkomplizierte Handhabung ermöglicht auch die Verwendung durch den Patienten selbst, der damit ohne häufig zum Arzt gehen zu müssen, dauerhaft einen Überblick über seinen Na-Status haben kann. SODISENS ermöglicht auch über eine App eine Verbindung zum behandelnden medizinischen Fachpersonal, somit ein rasches Reagieren auf beginnende Abweichungen vom Normalzustand und so eine deutliche Qualitätsverbesserung im Management von Patienten mit Risiko für Störungen des Na-Haushalts.

Mehr über den S&B Award können Sie hier erfahren.

Wir verfolgen ein klares Ziel:
Wir wollen Österreich nach vorne bringen

Mit neuen Ideen, einer ehrlichen und
mutigen Politik und auf Basis zeitloser Werte.


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